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Düstere Zukunft? So wird sich der deutsche Immobilienmarkt bis zum Jahr 2100 verändern

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Die deutsche Immobilienlandschaft – wie auch die Gesellschaft – unterliegt einem kontinuierlichen Wandel. Historische Ereignisse, demografische Verschiebungen und technologische Fortschritte haben die Struktur unserer Städte und Gemeinden geformt und werden dies auch in Zukunft tun.

In diesem Artikel betrachten wir die möglichen langfristigen Entwicklungen und Herausforderungen, die den deutschen Immobilienmarkt prägen könnten.

Homeoffice und die Attraktivität von Ballungsgebieten

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Mit dem Aufkommen des Homeoffice – vor allem seit Corona – hat sich die Notwendigkeit, in dicht besiedelten Ballungsgebieten zu wohnen, deutlich reduziert. Schließlich leben dort viele Menschen nur, weil sie verständlicherweise nicht weit zum Arbeitsort pendeln möchten. Wenn nun Arbeitnehmer von überall aus arbeiten können, steigert das die Attraktivität ländlichen und weniger teurer Gegenden. Natürlich bleiben Städte wie Berlin, Hamburg und München aufgrund ihrer vielfältigen Freizeitangebote und kulturellen Attraktionen weiterhin begehrt. Der Trend des Homeoffice und der Flexibilität des Arbeitsortes könnten nichtsdestoweniger die Zukunft des deutschen Immobilienmarkts stark beeinflussen.

Sie haben sicher auch die Frage im Kopf: “Warum sollte jemand in eine mittelgroße, “unschöne” deutsche Stadt ziehen, wenn es nicht wegen des Jobs ist?”

In dem Kontext ein Exkurs: Nordrhein-Westfalen, Job-Zuwanderung und Feiertage

Schon immer zogen die Menschen dahin, wo sie Arbeit gefunden haben. Ein interessantes Beispiel aus der Vergangenheit zeigt, wie der Zuzug von Arbeitskräften während des 19. Jahrhunderts Nordrhein-Westfalen zu einem kulturell vielfältigen Bundesland machte. Denn in NRW werden sowohl katholische als auch protestantische Feiertage feiert, obwohl das Gebiet historisch gesehen preußisch protestantisch ist. Dies geht auf die Zeit der Industrialisierung zurück, als viele Menschen, darunter auch viele katholische Einwanderer, in die Region zogen, um in den boomenden Fabriken zu arbeiten. Diese Vielfalt hat sich in der Kultur und den Traditionen der Region eingebürgert, sodass heute beide Konfessionen ihre Feiertage feiern.

Internationale Mobilität und steuerliche Anreize

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Geschichte aus dem Maklerleben: Einer unserer Makler traf sich letzte Woche mit einem Eigentümerpaar, das ihr Haus verkaufen wollte. “Wir wandern nach Spanien aus,” sagten sie ihm mit einem Lächeln. Im Stillen dachte der Makler: „Komisch, das ist schon der dritte Termin diese Woche, der mir das sagt…“

In unseren zahlreichen Gesprächen mit Eigentümern stellen wir zunehmend fest, dass immer mehr Immobilien verkauft werden, weil die Besitzer ins Ausland ziehen wollen. Diese Entwicklung ist bemerkenswert. Es scheint, dass der Wunsch nach einem besseren Lebensstil und attraktiveren Lebensbedingungen immer mehr Menschen dazu veranlasst, ihre Heimat zu verlassen und anderswo ein neues Leben zu beginnen.

Die Möglichkeit, innerhalb Europas zu arbeiten und zu leben, hat viele Deutsche dazu bewegt, in Länder mit besserem Wetter, attraktiveren Steuermodellen und einem ansprechenderen Lebensstil zu ziehen. Diese Entscheidung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Viele Fachkräfte wandern aus, um bessere Jobchancen zu finden und ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen.

Länder mit starken Branchen wie IT oder Ingenieurwesen ziehen hochqualifizierte Arbeitskräfte an. Zudem bieten einige Länder eine höhere Kaufkraft und niedrigere Lebenshaltungskosten, was sie besonders attraktiv für Menschen macht, die eine bessere Lebensqualität und wirtschaftliche Stabilität suchen. Auch soziale Gründe spielen eine Rolle. Familienzusammenführung und die Suche nach persönlicher Freiheit sind wichtige Motive für die Auswanderung. Menschen ziehen oft dorthin, wo ihre Familien bereits leben oder wo sie mehr persönliche Freiheit genießen können.

Darüber hinaus bieten renommierte Bildungseinrichtungen im Ausland oft eine bessere Ausbildung und Netzwerkmöglichkeiten, was besonders für Familien mit Kindern und junge Berufstätige attraktiv ist.

Viele Menschen berichten uns in Gesprächen, dass sie aufgrund ihrer Unzufriedenheit mit der aktuellen politischen Lage darüber nachdenken, das Land zu verlassen. Länder mit stabilen politischen Strukturen, einer verlässlichen Regierung und einem hohen Maß an Sicherheit sind besonders attraktiv für Auswanderer. Kulturelle Aspekte wie die Möglichkeit, neue Kulturen kennenzulernen und Sprachkenntnisse zu verbessern, sowie das mildere Klima und die schöne Natur in vielen Zielländern, sind weitere wichtige Gründe. Diese Abwanderung könnte zu einem Überangebot an Immobilien in Deutschland führen, was die Preise in bestimmten Regionen drücken könnte.

Demografischer Wandel und seine Auswirkungen

©pixabay.com-7358064
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Ein weiterer wichtiger Faktor, der die deutsche Immobilienlandschaft beeinflussen wird, ist der demografische Wandel. Deutschland sieht sich einer alternden Bevölkerung gegenüber, mit immer weniger jungen Menschen und einer zunehmenden Anzahl älterer Menschen.

Laut dem Statistischen Bundesamt ist heute jede zweite Person in Deutschland älter als 45 Jahre und jede fünfte Person älter als 66 Jahre. Die Anzahl der Personen im Alter ab 70 Jahren ist zwischen 1990 und 2022 von 8 auf 14 Millionen gestiegen. In den kommenden Jahren wird die Zahl der Menschen über 80 Jahren weiter ansteigen, was den Bedarf an altersgerechtem Wohnraum erhöhen könnte. Diese Entwicklung stellt Deutschland vor erhebliche Herausforderungen, da die Bevölkerungszahl voraussichtlich sinken wird.

Wenn wir es bis 2050 schaffen, ausreichend guten Wohnraum für die derzeitigen 80 Millionen Einwohner zu schaffen, aber bis 2100 nur noch 60 Millionen Menschen in Deutschland leben, stellt sich die Frage, was mit den 20 Millionen überschüssigen Wohneinheiten geschieht. Ältere Menschen benötigen barrierefreie Wohnungen und eine gute medizinische Versorgung, was eine Anpassung der städtischen Infrastruktur erfordert.

Langfristige Perspektiven und Herausforderungen

Die deutsche Immobilienlandschaft steht vor bedeutenden Veränderungen. Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum und angepasster Infrastruktur nimmt zu. Durch die Verbreitung des Homeoffice gewinnen ländliche Regionen an Attraktivität, während Städte ihre kulturellen und sozialen Angebote weiterhin pflegen müssen. Zwar könnte die Abwanderung ins Ausland die Immobilienpreise drücken, doch entstehen dadurch auch Chancen für innovative Wohnkonzepte.

Der Wandel in der Arbeitswelt, die zunehmende internationale Mobilität und die demografischen Veränderungen werden den Immobilienmarkt in den nächsten Jahrzehnten prägen. Ob dies zu einem Überangebot an Immobilien führt oder neue, kreative Wohnlösungen hervorbringt, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass sich der Markt an die Bedürfnisse einer sich verändernden Gesellschaft anpassen muss.

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